Wärmepumpe und PV im Altbau — was es bei mir zuhause kostet

Mein eigenes Haus, Baujahr 1936, 160 m². Ich rüste gerade um — Wärmepumpe statt Gas, Photovoltaik aufs Dach. Hier ist die ehrliche Rechnung mit echten Zahlen, ohne Förder-Romantik. Stand: April 2026.
Ich predige meinen Klienten seit Jahren, dass man das Energiethema pragmatisch angehen muss. Dieses Frühjahr durfte ich es selbst durchspielen.
Mein Haus ist ein freistehendes Berliner Einfamilienhaus, Baujahr 1936, 160 Quadratmeter. Ich habe mich entschieden: Wir machen es jetzt. Wärmepumpe rein, Solaranlage aufs Dach, Gas raus. Dreimonatiges Projekt, gestartet im April 2026.

#38 Solarenergie und Elektroheizungen — Alternative Heizsysteme mit Sonnenstrom
Wie Solarenergie und Elektroheizung zusammenarbeiten — Wärmepumpe, Direktstromheizung, Hybridanlagen. Maik bespricht mit Lia die echten Konfigurationen, die im Eigenheim funktionieren — von der ersten Förderung bis zum Hydraulischen Abgleich. Mit konkreten Zahlen aus Berliner Anlagen und ehrlichen Hinweisen, was Heizungsbauer gerne weglassen.
Warum überhaupt jetzt
Das Heizungsgesetz (GEG-Novelle 2024) verpflichtet bei jedem Tausch der Heizung dazu, mindestens 65 % erneuerbare Energie einzusetzen. Praktisch heißt das: Wer 2026 noch eine reine Gas-Etagenheizung neu einbaut, der zahlt drauf. Mit der CO₂-Abgabe wird Gas Jahr für Jahr teurer — 2025 lagen wir bei 55 €/Tonne, 2026 sind es 65 €. Die Berechnung im Hinterkopf war nie dramatisch — sie war einfach nicht mehr zu ignorieren.
Klar — der Staat hilft. Manchmal. Aber dazu unten mehr.
Mein Plan in Zahlen
- ·Luft-Wasser-Wärmepumpe (12 kW, monoenergetisch) — 21.500 € brutto inkl. Pufferspeicher und Hydraulik
- ·Photovoltaik (10,2 kWp) auf dem Süd- und Süd-West-Dach — 14.800 € brutto, 0 % MwSt
- ·Batteriespeicher (10 kWh) — 6.200 € brutto
- ·Heizungsanpassung (Heizkörper-Tausch in 3 Räumen, Hydraulischer Abgleich) — 4.300 €
Bruttoinvestition: 46.800 €
Was die Förderung wirklich bringt
In der Theorie liest sich das nett: 70 % Heizungs-Zuschuss möglich. In der Praxis bekomme ich 55 % auf die Wärmepumpe — also rund 11.800 €. Der Berliner SolarPLUS-Zuschuss läuft 2026 leider aus, also keine zusätzliche PV-Förderung über die 0 % MwSt hinaus.
Effektive Eigenleistung: 35.000 € — über 12 Monate finanzierbar mit KfW-Kredit 270 (3,1 % Effektivzins).
Was ich mir spare — pro Jahr
Vorher mit Gas: 2.450 m³ × 1,18 €/m³ = 2.891 €/Jahr (inklusive CO₂-Aufschlag).
Nachher:
- ·Wärmepumpe braucht ca. 6.500 kWh Strom
- ·Davon 60 % Solar-Eigenverbrauch (3.900 kWh) → 0 € Kosten
- ·40 % Netzbezug (2.600 kWh × 0,32 €) = 832 €
- ·Plus Einspeise-Vergütung PV-Überschuss: ca. 210 €
Saldo: ca. 622 €/Jahr Stromkosten — Ersparnis gegenüber Gas: 2.269 € jährlich.
Amortisation der Eigenleistung: 35.000 ÷ 2.269 = 15,4 Jahre. Klingt lang. Ist es auch. Aber die Anlage läuft 25 bis 30 Jahre. Und CO₂-Preise gehen weiter rauf. Realistisch werde ich nach 12 Jahren im Plus sein.
Was ich gelernt habe
Die ersten zwei Wochen waren Bürokratie. Antrag KfW (BEG EM), Hydraulik-Berechnung, Energieeffizienz-Experte, Zähler-Anmeldung beim Netzbetreiber. Wer denkt, dass man als Privatperson durch das Förderwesen rauscht, wird enttäuscht. Ich brauche pro Antrag etwa 8 Stunden Vorbereitung und drei Zertifikate.
Mein Tipp: Nimm dir vom ersten Tag an einen Energieberater (kostet ~1.200 €, davon 80 % Förderung). Der weiß, welche Reihenfolge funktioniert. Ohne ihn machst du Fehler, die später richtig Geld kosten.
Wo ich ganz konkret Stand: heute
- ·April: Energieberater-Bericht da, Förderzusage KfW läuft
- ·**Mai:** PV-Montage durch Solarsorglos.de (das ist mein eigenes Montageteam)
- ·Juni: Wärmepumpen-Tausch — Gas raus, Hydraulik um, neuer Heizkreis
- ·Juli: Inbetriebnahme, Monitoring per Home Assistant
Ich werde alle drei Monate hier ein Update schreiben. Mit echten Zahlen — Verbrauch, Ertrag, Probleme. Damit andere Eigenheimbesitzer nicht wieder bei Null anfangen müssen.
Ehrlich gesagt
Das Heizungsgesetz ist nicht das Monster, als das es im Wahlkampf herumgeschwirrt ist. Es ist eine Gewissensfrage und eine Investitionsentscheidung. Wer ein Eigenheim hat, das vor 1990 gebaut wurde, sollte rechnen — aber bitte mit echten Zahlen, nicht mit den Hochglanz-Broschüren der Heizungsbauer.
Wenn du selbst rechnen willst: Solar-Rechner und Bau-Rechner hab ich dir auf der Montageteam-Seite eingebaut. Spuck deine Zahlen rein, in dreißig Sekunden weißt du, ob sich das bei dir lohnt.
Und wenn du eine zweite Meinung willst — ich kenne mittlerweile jeden Stolperstein persönlich. Schreib mir.

